Aus gut wird spitze

geschrieben von roi.team

Organisationsentwicklung – Gerade in Zeiten der Mitarbeiterknappheit gewinnt die Organisationsentwicklung eine neue Bedeutung. Sie ermöglicht es den Mitarbeitern, mehr zu leisten – und lässt gute Unternehmen zu Spitzenunternehmen werden. 

Das größte Kapital der Unternehmen und Organisationen – egal, ob groß oder klein, privat oder öffentlich – stellen seine Mitarbeiter dar. Aktuell belastet der Fachkräftemangel in Südtirol nahezu alle Branchen. Und vieles deutet darauf hin, dass diese Tatsache einen fixen Bestandteil unserer Zukunft darstellen wird.
Dabei weiß jede Führungskraft, dass letztendlich nur Ergebnisse zählen und diese nur mit entsprechenden Ressourcen erreicht werden können. Organisationswachstum ist dabei in unseren Augen nur eine Möglichkeit. Organisationsentwicklung, auch wenn erzwungenermaßen, eine zweite aber sehr herausfordernde Chance.

„Job design“ für die beste Leistung

Um heute am Markt erfolgreich zu sein braucht es Spitzenleistungen. Diese Spitzenleistungen können nur von Menschen erbracht werden, welche sich im Unternehmen wohlfühlen und die eigenen Stärken einsetzen dürfen. Deshalb spielt in Zukunft das Thema „job design“ eine so bedeutende Rolle im Unternehmen. Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortung müssen dabei so gestaltet werden, dass die Mitarbeiter ihren optimalen Beitrag dort erbringen, wo sie die Besten sind und sich auch auf das konzentrieren dürfen. Dies führt dazu, dass sich die Mitarbeiter innerhalb des Unternehmens und in ihrem Aufgabenbereich wohlfühlen. In den allermeisten Fällen bringt das die Steigerung des eigenen Selbstwertgefühls, was wiederum dazu führt, dass bessere und v.a. auch neue Leistungen für das Unternehmen erbracht werden können. Wir erleben immer wieder, dass der ewige Unternehmerwunsch „Mitarbeiter sollen aktiv mitdenken und handeln“, dann viel häufiger in Erfüllung geht.

Nicht stur in der Spur, sondern dynamisch im Wind

Sobald in Organisationen Mitarbeiter/innen bzw. Teams in den richtigen Bereichen und Positionen mitarbeiten, kann sich das Unternehmen zu einem Spitzenunternehmen entwickeln. Dies unterscheidet auch Spitzenunternehmen von guten Unternehmen. Gute Unternehmen halten am Paradigma fest, Menschen den Strukturen anzupassen. Spitzenunternehmen hingegen erkennen das Potential und die Stärken der Menschen und sind bereit ihre Strukturen so anzupassen, damit die Stärken des Einzelnen und des Teams optimal genutzt werden können.

Delegation, partizipative Zieldefinition, Fehlerkultur und Ressourcenausstattung

Das Ergebnis ist eine höhere individuelle Leistungsbereitschaft, welche herausragende Unternehmen kennzeichnet. Immer wieder können wir feststellen, dass diese Grundhaltung wesentlichen Einfluss auf die Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit in der Unternehmensorganisation hat. Wenn diese Grundhaltung mit 4 weiteren Ingredienzien zukunftsweisender Führung gelebt wird, steigen die Erfolgschancen deutlich:

  1. die Bereitwilligkeit umfassend zu delegieren,
  2. die Kultur, Mitarbeiter in die Definition der Ziele miteinzubeziehen,
  3. die Überzeugung, dass Fehler zum menschlichen Tun gehören und eine der wichtigsten Entwicklungschancen darstellen und
  4. die Weitsicht, entsprechende Ressourcen zur Verfügung zu stellen.

„It is pretty awesome for somebody to do something for forty years and still enjoy it.“(frei übersetzt: „Es ist ziemlich cool für jemanden, wenn er etwas für 40ig Jahre lang macht und es immer noch gerne tut.“) Diese Worte stammen von Jake Burton Barpenter, dem Gründer und langjährigen CEO von Burton Snowboards.
In solchen Fällen können Unternehmen deutlich höhere Ziele erreichen und dies trotz mangelnder neuer Fachkräfte. Denn was für Kunden gilt, gilt auch für Mitarbeiter: Es ist wesentlich wirtschaftlicher, bestehende Mitarbeiter im Unternehmen zu entwickeln, als ständig neue Menschen anzuheuern.

Die Autoren: Vera Giuliani, Martin Kreil, Matthias Baumgartner und Heinrich Riffesser.