Wachstum

geschrieben von Christian Gruber

Betriebswirtschaftlich sollte jedes Unternehmen im Laufe der Zeit wachsen. Dabei gibt es aber wesentliche Unterschiede, wie ein Unternehmen wachsen kann.

Grundsätzlich gibt es 2 Möglichkeiten des Wachstums, das qualitative und quantitative. Das quantitative Wachstum ist geprägt durch das mehr und größer, während das qualitative Wachstum durch Optimierung und Verbesserung geformt wird.

Somit steht jedes Unternehmen vor der schwierigen Herausforderung zu wachsen. Viele Unternehmen streben nach dem quantitativen Wachstum, da das Unternehmen natürlich besser angesehen ist, wenn es jährlich einen Zufluss an Mitarbeitern und Umsatz hat.

Hierbei wird leider zu oft die Rentabilität des Unternehmens bzw. des Wachstums vergessen. Mehr Umsatz bedeutet nicht zwingend mehr Deckungsbeitrag bzw. Rentabilität. Der Prozess des quantitativen Wachstums wird oft durch externe Faktoren stark beeinflusst, wie z.B. Steuern, Gesetze, politische Unruhen usw. Somit helfen diese Faktoren oft Unternehmen ein rasantes quantitatives Wachstum zu erreichen. Was passiert aber mittel- bis langfristig sofern sich diese Faktoren wieder ändern, wie z.B. bei Photovoltaik? Hier gab es ein starkes quantitatives und zeitgleich qualitatives Wachstum. Somit sind viele Unternehmen in dieser Branche mit vielen Mitarbeitern und hohen Umsätzen entstanden. Doch die Spielregeln wurden verändert, die Förderungen gingen zurück und somit auch die Investitionen. Gleichzeitig gab es viele Unternehmen mit zahlreichen Mitarbeitern die beschäftigt werden mussten. Kurzfristiges Wachstum war gegeben aber mittelfristig konnte dieses Wachstum nicht mehr gehalten werden und hat somit auch große finanzielle und soziale Schwierigkeiten aufgeworfen.

Aus diesem Grunde sollte bei einem quantitativen Wachstum die Strategie klar definiert sein, um diesen Prozess auch mittel- bis langfristig steuern zu können.

Beim qualitativen Wachstum, geht es im Wesentlichen darum, mit den vorhandenen Ressourcen Verbesserungen einzuleiten. Viele Unternehmen haben nur diese Möglichkeit des Wachstums, da manche Ressourcen knapp sind. Ansonsten ist eine quantitatives Wachstum wirtschaftlich nicht möglich. Ein typisches Beispiel ist hier die Südtiroler Landwirtschaft. Ein Landwirt kann nicht die Fläche vergrößern, die Fläche ist limitiert bzw. ein Kauf ist derzeit wirtschaftlich nicht sinnvoll. Somit muss versucht werden die vorhandenen Flächen so optimal als möglich einzusetzen, um besser Qualitäten und Erträge zu erzielen. Dieser Prozess ist stark mit Innovation verbunden. So konnte z.B. durch Sortenzüchtung der Ertrag im Obstbau stark gesteigert werden. Doch leider gibt es auch beim quantitativen Wachstum Grenzen. Denn eine 100% Optimierung funktioniert wirtschaftlich nur selten.

Egal welche Form des Wachstums ein Unternehmen anstrebt, die Strategie ist der wesentliche Punkt, um mittel- bis langfristig erfolgreich zu bleiben. Zur Strategie gehört natürlich auch Personal, Struktur und Finanzen. Besonders bei quantitativen Wachstum spielt das Umlaufvermögen eine große Rolle. Deshalb sollte bei jedem Wachstum ein Businessplan erstellt werden um die wichtigsten Faktoren im Überblick zu haben.