Kostenkalkulation darf kein Fremdwort sein

geschrieben von roi.team

Konflikte zwischen Alt und Jung auf den Bauernhöfen sind keine Seltenheit: Bei der Fachtagung der Südtioler Bauernjugend in Salern diskutierte man über die zwischenmenschlichen Herausforderungen.

Neben offenen Gesprächen in der Familie, ist für jeden Betrieb ein starkes betriebswirtschaftliches Denken und Handeln unabdingbar: Dies wurde bei einer Fachtagung der Bauernjugend in Salern betont.
Die Fachtagung stand unter dem Motto „Brennpunkt Bauernhof“. „Im Familienbetrieb liegen viele Stärken und Chancen, aber auch Herausforderungen, wirtschaftlich wie zwischenmenschlich“, sagt der Landesobmann der Bauernjugend, Hannes Dosser.
„Eine Familie ohne Konflikte gibt es nicht“, bekräftigte auch Kommunikationstrainerin Luise Vieider. Wo mehrere Generationen am Hof leben und arbeiten, gebe es unterschiedliche Ziele und Wertevorstellungen. Während der Hofübergeber aus langjährigen Erfahrungen schöpfe und auf einen langen Lebensweg bringe der Hofübernehmer Risikobereitschaft, neue Ideen und Mut zu Veränderung mit. „Der richtige Weg, ist wie so oft der wohldurchdachte Mittelweg“, meint Vieider. Beide Sichtweisen hätten ihre Berechtigung. Durch das offene Gespräch könnten Entscheidungen gemeinsam gefällt werden. Diese würden dann auch von allen mitgetragen. „Wer das Miteinander also als Chance sieht, der hält den Schlüssel zum zwischenmenschlichen Erfolg bereits in der Hand“, ist Vieider überzeugt.
Dies konnte auch Familie Weissensteiner vom Planitzerhof in Glen bei Montan bestätigen. Sie erzählte den Besuchern der Tagung von ihrem Alltag am Hof. Ihr Erfolgsrezept: Probleme lieber gleich ansprechen und für Kritik stets offen sein. Aus wirtschaftlicher Sicht hat sich für Familienbetriebe einiges geändert.
„Bei steigenden Produktionskosten und gleichbleibenden Erlösen werden Steuerungs- und Planungsinstrumente für jeden Betrieb unabdingbar“, betonte Christian Gruber vom Beratungsunternehmen Roi Team. Eine Kostenkalkulation dürfe für keinen Landwirt ein Fremdwort sein. „Nur wer auch die Zahlen im Betrieb ganz genau kennt, kann die richtigen Entscheidungen treffen“, ist Gruber überzeugt.
Das bestätigten auch die Teilnehmer der Fachtagung bei der anschließenden der Diskussionsrunde.