Vorsicht vor diesem Typ Mitarbeiter!

geschrieben von Moritz Jäger

Jeder kennt diesen Typ Mitarbeiter: von der Leistung her unauffällig, aber auffällig oft der gleichen Meinung wie der Chef. Die Rede ist von Opportunisten und Schleimern. Angelika Slavik hat sie in der Süddeutschen Zeitung treffend beschrieben: Schleimer verteilen „billige Komplimente“ und passen ihre Meinung geschmeidig an die Meinung ihres jeweiligen Gesprächspartners an. Das kann einfach nur „nervig“ sein – oder sogar ein „unterschätztes wirtschaftliches Risiko“. Hoppla, was für ein Risiko?

Nun, zu unseren wichtigsten Rohstoffen zählen Wissen, Kreativität und Innovativität. Ob in der Landwirtschaft, im Maschinenbau oder im Tourismus. Wie sonst könnten wir gegen Milliarden erfolgshungriger Asiaten bestehen? Das geht nur mit Ideenreichtum. Wer aber bewusst schlechte Ideen unterstützt, weil es der eigenen Karriere dient, oder wer den Chef widerspruchslos in die falsche Richtung galoppieren lässt, der kann seinem Unternehmen ernsthaften Schaden zufügen.

Werden Schleimer befördert, kann das den Rest der Belegschaft demotivieren („Für was arbeite ich hier eigentlich?“) und kann neuen Mitarbeitern als falsches Vorbild dienen. Für die Innovationskraft ist das „fatal“, schreibt Slavik.

Spätestens dann muss die Führung gegensteuern. Sie muss sich fragen, ob sie sich lieber mit Ja-Sagern umgibt, oder mit Querdenkern. Vorgesetzte müssen konstruktive Kritik aktiv einfordern, kultivieren und auch aushalten können. Nicht Lobhudelei führt ein Unternehmen zum Erfolg, sondern konstruktive Kritik. Sie gehört zur Arbeitsleistung, in jede Stellenbeschreibung und entsprechend honoriert.

 

Quelle: „Klasse, Boss!“ Angelika Slavik, Süddeutsche Zeitung, 3. November 2013 www.sueddeutsche.de/karriere/buerokollegen-vom-typ-schleimer-klasse-boss-1.1809014

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