Unternehmensgründung: start-ups – von der „genialen idee“ zum flop

geschrieben von roi.team

„Ich habe eine geniale Idee. Todsichere Angelegenheit!“ Nur allzu oft höre ich diese Aussage in täglichen Diskussionen mit Freunden oder wenn ich als Berater Start-Ups (Unternehmensgründungen) begleite. Nur leider haben diese „genialen Ideen“ oft doch einen Haken. Die Kosten sind höher als geplant, die Umsetzung ist aus technischen Gründen nicht möglich oder vielleicht war die Idee ja trotzdem nicht so „genial“.

Wir laufen dem Traum vom großen Geld und Erfolg hinterher, vergessen dabei aber alle Aspekte eines solchen Vorhabens genau zu durchdenken. Der Ausgangspunkt sind meist persönliche Erfahrungen oder Bedürfnisse: ein einfacher Gegenstand, bei dem mir der Griff nicht passt; ein technologischer Gegenstand, dem eine für mich wichtige Funktion fehlt. Wir sind dann überzeugt nicht die einzigen zu sein, die mit den Produkteigenschaften nicht zurechtkommen, und dass es dafür unbedingt eine Lösung brauche: eben die „geniale Idee“.
Ich versuche dann immer vorsichtig klar zu machen, dass alles nicht so einfach sei. Doch der Traum ist meist größer als die Vernunft: „Was soll denn der kleine Zusatz schon kosten?“, „Sowas würde doch jeder kaufen!“, sind nur zwei von vielen Aussagen, die ich in 70% der Fälle zu hören bekomme. Das Problem: es sind Meinungen, keine Fakten. Ich frage dann meist:
1. Wer soll dein Produkt kaufen? Wie viele hätten ehrliches Interesse?
2. Warum sollte jemand für dein Produkt mehr bezahlen, als für das Standard-Produkt?
3. Stellst du dein Produkt selbst her, indem du große Investitionen tätigst?

Lässt du das Produkt in einem Industriebetrieb herstellen? Warum sollte dieser das Produkt nicht selbst herstellen und warum ist ihm, als Experte auf dem Sektor, deine Idee noch nicht in den Sinn gekommen?

An einer dieser Fragen scheitert dann meist die „geniale Idee“. Doch ich möchte damit keineswegs entmutigend wirken; ich möchte nur allen kreativen Köpfen da draußen zeigen, dass eine Idee bis ins kleinste Detail durchdacht sein muss. Träumt und seid kreativ, aber informiert euch, gesteht Fehler ein, plant und prüft eure Ideen auf Schwachstellen; dann erst solltet ihr den nächsten Schritt zur Verwirklichung wagen.

In diesem Sinne empfehle ich allen „Die 100 größten Marken-Flops“ von Matt Haig. Ihr werdet sehen, dass auch die Träume von internationalen Konzernen trotz ihrer enormen Strukturen und Mittel platzen können; Lesespaß garantiert!

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