Traumberuf mit „Vitamin B“ aus Unternehmersicht

geschrieben von roi.team

Als ich mich letztes Jahr auf der Wohnungssuche in Bozen befand, irritierte mich das geringe Angebotsvolumen. Heute weiß ich, dass Wohnungen in Südtirol selten an Unbekannte, sondern meist an den

Freund eines Freundes vermietet werden. Der Vorteil: Diese Person fühlt sich Ihnen gegenüber verpflichtet. Allerdings fällt mir mehr und mehr auf, dass dies auch bei der Vergabe von Arbeitsplätzen der Fall ist, welche an neue Mitarbeiter gehen. Ich wage zu behaupten, dass über die Hälfte der freien Stellen von Südtiroler Unternehmen nicht öffentlich ausgeschrieben, sondern nur unter Kollegen und Bekannten kommuniziert werden.

Ein Unternehmen ist nur so gut wie die Summe seiner Mitarbeiter. Dementsprechend ist die Personalselektion eine wichtige Managementaufgabe – je bedeutungsvoller die zu besetzende Stelle ist, desto wichtiger. Selektion heißt dann nicht 2-3 Bewerber zu vergleichen und sich auf Aussagen von Bekannten zu stützen, denen die Anforderungen an den Arbeitsplatz und somit an den Bewerber oftmals nicht einmal bekannt sind.

Wenn Sie die Möglichkeit haben, leistungsstarke Mitarbeiter anzuziehen, müssen Sie diese Möglichkeit ausreizen. Fangen Sie frühzeitig mit der Personalsuche an und nutzen Sie alle kostengünstig verfügbaren Kanäle zum Ausschreiben der Stelle. Führen Sie gründliche und objektive Bewerbungsgespräche in Anwesenheit mehrerer Kollegen – auch jenen, welche später mit dem neuen Mitarbeiter zusammenarbeiten werden. Außerdem sollten Eignungstests in Betracht gezogen werden.

Falls Sie jedoch einen Kandidaten auf Empfehlung in Überlegung ziehen, dann achten Sie darauf, woher diese Empfehlung kommt: Ein eigener, angesehener Mitarbeiter würde niemanden Ungeeignetes vorschlagen. Das Risiko, dass dies dann auf ihn selbst zurückfallen könnte, wäre zu hoch. Wenn die Verbindung jedoch nicht direkt und/oder nur über flüchtige Bekannte läuft, muss man skeptisch bleiben.

Wenn Sie schließlich einen Mitarbeiter ausgewählt und eingestellt haben, setzen Sie sich gegen Ende der Probezeit ernsthaft damit auseinander, ob der Mitarbeiter der richtige für Ihr Unternehmen ist. Oder fühlen Sie sich der Person gegenüber verpflichtet?

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