Flughafen Bozen: Sinn oder Unsinn?

geschrieben von Horst Völser

Der Flughafen Bozen war bisher eine Folge von negativen Erlebnissen: zu klein, zu teuer, nicht ausgelastet, ……….. Und nun soll er auch noch ausgebaut werden.

Warum brauchen wir denn einen Flughafen?

Lassen Sie mich zurückdenken an den Bau der „MEBO“. Viele Mitbürger waren strikt dagegen. Die Proteste waren unüberhörbar und doch wurde sie gebaut, dank weitsichtiger Personen in den entscheidenden Gremien. Wer kann sich die MEBO heute noch wegdenken?

Das Thema Flughafen ist ähnlich. Von vielen Seiten hört mach Aussagen wie „Warum brauchen wir denn den Flughafen? Wir sind bequem in 90 Minuten in Verona oder Innsbruck. Die Flughäfen dort sind gut ausgebaut, die Fahrt durch die romantischen Täler entspannend. Das sollte doch ausreichen, oder?“

Ein erweiterter Flughafen wird Geld kosten. Geld, das zwar teilweise aus dem Haushalt des Landes kommt, allerdings in mehrfach wieder zurückfließen wird. Sei es in direkter Wertschöpfung durch die Lohnsteuern, durch die dafür arbeitenden Betriebe in Form von Gewinn- und Einkommensteuern, als auch in indirekter Form, die noch viel mehr bringen wird:

Da ist einerseits der Tourismus, der vom Flughafen kräftig profitieren wird. Und der Tourismus ist unbestritten die Lokomotive der Wirtschaft in Südtirol. Sind die Betten, die Plätze im Restaurant, die Lifte gut ausgelastet, so wird weiter investiert. Die gesamte Wirtschaft profitiert davon.

Ein weiteres bisher nur am Rande bedachtes Argument ist jenes der annähernd 300 Betriebe aus dem Ausland, die ihren Sitz in Südtirol haben. Sie fühlen sich hier „wohler“ als im restlichen Staatsgebiet, durch die deutsche Sprache und die insgesamt zuverlässige Art der Arbeit. Südtirol bietet sich somit als Brückenkopf an. Die Wertschöpfung dieser Unternehmen, also der Anteil am Bruttosozialprodukt, ist wesentlich und trägt zu unserer aller Wohlstand bei.

Wollen wir ganz bewusst auf diese Gelder, die ein Mehrfaches der Kosten des Flughafens betragen, verzichten? Wollen wir die weitere Abwanderung von Unternehmen nach Verona oder Innsbruck in Kauf nehmen, nur weil wir keinen Flughafen wollen? Das Verhalten der Flughafengegner interpretiere ich als kurzfristige Denkweise: kurzfristig wird Südtirol der Flughafen nicht besonders fehlen, langfristig werden wir allerdings negative Folgen wirtschaftlicher Natur akzeptieren müssen.

Ein weiteres Argument sei mir gestattet…was ist schädlicher: mehr als hundert PKWs, die in Richtung Innsbruck und in Richtung Verona fahren oder ein Flugzeug das in Bozen startet oder landet?

Wir sollten alle Argumente abwägen und nicht einseitige Betrachtungen anstellen.

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