Unternehmenskrisen erkennen

geschrieben von  Klaus Ploner
Unternehmenskrisen erkennen

Eine Unternehmenskrise wird definiert als eine Notsituation, die die Existenz des Unternehmens gefährdet. Sie ist ein Prozess, in dessen Verlauf sich die strategischen Potenziale, Rentabilität sowie das Reinvermögen bzw. Liquidität bedrohlich verschlechtern. Fakt ist, dass durch die schwierige wirtschaftliche Lage in Italien sowie internen Ineffizienzen, immer mehr Unternehmen in solche Krisen schlittern.

Wie kann eine Unternehmenskrise jedoch frühzeitig erkannt werden? Eine Krise kann sich unbemerkt über mehrere Jahre erstrecken und durchläuft meist mehrere Phasen (Strategische Krise – Führungskrise – Produkt-/Absatzkrise – Ertragskrise – Liquiditätskrise – Insolvenz) bevor sie plötzlich vor der Haustür steht.

Grundvoraussetzung für eine effektive und erfolgreiche Früherkennung ist die Sensibilisierung der Geschäftsleitung und führenden Mitarbeitern, dass kein Unternehmen vor Krisen sicher ist und man sich kontinuierlich mit der Krisenfrüherkennung auseinandersetzen muss.  

In der Praxis unterscheidet man häufig zwischen operativen und strategischen Frühwarnindikatoren. Strategische Frühwarnindikatoren zielen vor allem auf die sog. „weak signals“ ab. Dabei wird versucht Trends und Umbrüche zu erkennen. Die Häufung ähnlicher Ereignisse, Meinungen von Experten und Schlüsselpersonen oder die Verbreitung von neuen Ideen und Ansichten sollen hier an dieser Stelle als Beispiele für schwache Signale genannt werden.

Operative Frühwarnindikatoren hingegen orientieren sich Großteils an dem Rechnungswesen. Kennzahlen (Rentabilität – Liquidität – Stabilität)  und Hochrechnungen (Forecast) spielen hierbei eine bedeutende Rolle und sollten in keinem modernen Controlling fehlen. Wichtig ist dabei, dass Kennzahlen kontinuierlich ausgearbeitet werden, um den Verlauf bzw. die Entwicklung des Unternehmens feststellen zu können. Weitere operative Indikatoren sind z.B. die Anzahl an neuen Geschäftsideen bzw. Produkten, die Anzahl an Neukunden sowie Auftragseingänge.

Mit Hilfe der strategischen und operativen Frühwarnindikatoren können Krisen vorzeitig erkannt und effektiv durch die Geschäftsleitung bzw. führenden Mitarbeiter bekämpft werden. Um rechtzeitig reagieren zu können sollte deshalb ein Mix aus den erwähnten Indikatoren eingeführt werden.  

 

 

 
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