Kluge Köpfe irren öfter

geschrieben von  Horst Völser
Kluge Köpfe irren öfter

In der Wirtschaft geht man stets davon aus, dass der Mensch, zumindest meistens, rationale Entscheidungen trifft. In der Wirtschaftswissenschaft spricht man vom „homo oeconimcus,“ dem wirtschaftlich denkenden und vor allem nutzenorientiert handelnden Menschen. Die Theorie geht davon aus, dass der Mensch in der Regel so handelt, dass er aus seiner Handlung größtmöglichen Nutzen zieht. Der Nobelpreisträger Daniel Kahnemann hat bereits 1976 mit seiner neuen Erwartungstheorie bewiesen, dass das nicht immer stimmt. Im Gegenteil: der Mensch handelt in der Regel intuitiv und oft auch gegen seinen Vorteil.

Im Magazin PM 10/2013 im Artikel „Kluge Köpfe irren öfter“ steht folgendes: „Der einzige Nobelpreis, den je ein Psychologe bekommen hat, war einer für die Wirtschaftswissenschaften. Dies für eine Forschungsarbeit, die das überlebensgroße Götzenbild der Ökonomen vom Sockel stieß, den homo oeconomicus“.

Kahnemann hat in vielen Experimenten und Nachforschungen eindeutig erkannt, dass der Mensch auf zwei Wegen entscheidet. Er nennt diese „System 1“ und „System 2“.

Dabei  zielt „System 1“ darauf ab, schnell, intuitiv und unbewusst zu entscheiden und zu handeln. „System 2“ hingegen löst Probleme langsam, analytisch und bewusst; es denkt logisch über die Konsequenzen nach.

Tatsache ist, dass wir in der Regel intuitiv entscheiden. Dies ist auch gut so, denn ansonsten müssten  wir jedes Mal beim Aufstehen darüber nachdenken, wie wir unsere Füße bewegen sollten um ins Bad zu kommen, nicht vorstellbar, oder?

Leider ist es jedoch so, dass sich gelernte Prozesse immer in den Vordergrund spielen; sind Entscheidungen auf Basis von Erfahrungen doch einfach und schnell zu treffen. Das Nachdenken mit „System 2“ erfordert Zeit und kostet Energie, beides kostbar.

Gewiefte Köpfe haben es längst erkannt: Wenn es gelingt das Unterbewusstsein anzusprechen, kann die Reaktion gesteuert werden und wir entscheiden so, wie es von Dritten gewünscht ist.

Ein im Grunde ganz einfacher Test, den sie jederzeit machen können, lautet: Die Seerosen in einem Teich verdoppeln sich jeden Tag, es dauert 48 Tage bis der Teich komplett bedeckt ist. Wie lange dauert es, bis er zur Hälfte bedeckt ist?

Wenn sie, wie die meisten, spontan 48 durch 2 teilen, dann liegen Sie leider falsch. Die richtige Antwort lautet 47 Tage. Dieser und ähnliche Tests wurden weltweit durchgeführt, interessanterweise lagen auch Universitätsstudenten falsch. Ja, es ist erstaunlich: je klüger die Studenten, desto öfter fielen diese in die aufgestellten Denkfallen.

Wer mehr darüber lesen möchte, dem sei das Buch: „Schnelles Denken, langsames Denken“ von Daniel Kahnemann empfohlen. Aber Achtung: es sind 650 Seiten. Die Geduldigen werden aber mit interessanten Einzelheiten und  Herausforderungen für das „System 2“ belohnt.

 

 
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