Kritischer Faktor Finanzplanung für Start-Ups

geschrieben von  ROI TEAM CONSULTANT
Kritischer Faktor Finanzplanung für Start-Ups

Eine gute Idee, Marktpotential und ein unternehmerisches Team sind nur drei der notwendigen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Unternehmensgründung. Was ein Unternehmen aber in erster Linie am Laufen hält, ist die Liquidität. Sie ist Treibstoff und Schmieröl zugleich für den Unternehmensmotor. 

Eine realistische Liquiditätsplanung ist nur möglich, wenn alle anfallenden Abgänge an flüssigem Geld so genau wie möglich einberechnet werden. Dabei sollte auf der einen Seite nicht zu knapp kalkuliert werden, damit kein unerwarteter Liquiditätsengpass oder unvorhergesehene Ereignisse den Motor zum Stottern bringen. Auf der anderen Seite sollte aber auch nicht unnötig viel Liquidität im Unternehmen verbleiben welche nicht rentabel eingesetzt wird. Dennoch sollte besonders in der Startphase das operative Geschäft durch ausreichende Liquidität gesichert sein, damit die nächste Entwicklungsstufe des Unternehmens erreicht werden kann.

Ein detaillierter Finanzplan ist hier zwingend notwendig: Zum einen ist er ein wichtiges Instrument, um die Liquidität zu planen, zum anderen ist er ein Anhaltspunkt für Investoren, für welchen konkreten Zweck ihr Geld benötigt wird und wie sorgfältig die GründerInnen mit den Finanzmitteln umgehen werden. Eine realistische Planung und die Offenlegung dieser an die Kapitalgeber sind außerdem wichtig, da diese Empfehlungen abgeben und zusätzliche Informationen und einen neuen Blickwinkel einbringen können.

In der Planung selbst sind die Fragen „Wie viel und für wie lange?“ essenziell. Zu geringe oder zu kurze Finanzierung führt zu zusätzlichem Bedarf, was oft nur mit teuren und kurzfristigen Finanzierungsinstrumenten (z.B. Kontoüberziehung) behoben werden kann. Wird mehr Geld ausgeliehen, als gebraucht wird, fallen dafür zwar Zinsen an, demgegenüber stehen aber keine höheren Umsätze. Läuft eine Fremdkapitalfinanzierung länger als notwendig, da die Einkünfte eine frühere Rückzahlung ermöglichen würden und das Kapital nicht anderweitig gewinnbringend verwendet werden kann, fallen wiederum unnötige Zinsen an. Bei der Planung muss genau auf die Konditionen geachtet werden, z.B.:

  • Ist eine vorzeitige Tilgung möglich?
  • Welche Sicherheiten müssen geboten werden?

Fremdkapitalgeber verlangen üblicherweise Sicherheiten, die einen höheren Wert haben, als der besicherte Betrag. Wenn diese Besicherungen zu hoch sind, stehen möglicherweise keine mehr für weitere Kreditgeber zur Verfügung. Aber auch ein verhältnismäßig hoher Fremdkapitalanteil in der Bilanz schreckt potenzielle Kapitalgeber ab.

Häufig sind sich GründerInnen nicht über die Palette an zur Verfügung stehenden Möglichkeiten bewusst. Zudem werden Förderungen zu spät beantragt und letztendlich wird doch ein weiterer Bankkredit aufgenommen. Um den Eigenkapitalanteil zu erhöhen, ist beispielsweise der Rückgriff auf Venture Capital sinnvoll. Diese Gesellschaften bieten nicht nur Risikokapital, sondern beraten auch und nehmen die Geschäftsidee genau unter die Lupe, um sich von der Sinnhaftigkeit der Investition zu überzeugen. Da vor allem kleine und mittlere Unternehmen häufig die Einmischung von neuen Gesellschaftern vermeiden wollen, bietet sich hier eine Mezzanine-Finanzierung an. Diese besteht aus Kapital, das in der Bilanz als Eigenkapital aufscheint und somit die Eigenkapitalquote erhöht, aber wie nachrangiges Fremdkapital behandelt wird. Um Kapitalgeber zu überzeugen, sind außerdem Ratings durch externe Ratingagenturen nicht nur sinnvoll, sondern zum Teil auch notwendig. Ein „Geprüft“-Siegel verkauft sich einfach besser, da unterscheidet sich der Kapitalmarkt nicht sehr vom biologisch produzierten Freilandei.

Zu guter Letzt hängt ein guter Plan von seiner Umsetzung, Einhaltung und der Kontrolle, ob die Ziele erreicht wurden, ab. Unter Umständen muss der Plan angepasst werden, wenn unerwartete Ereignisse eintreten. Ein gut gepflegtes Controllingsystem ermöglicht hierbei schnelle und flexible Reaktionen und die weitere Planung auf lange Sicht. Das Rezept für eine gute Finanzplanung lautet also: Sorgfalt, Kontrolle und Disziplin.

 

 
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  • Als Jungunternehmer der 3. Generation will man das eigene Familienunternehmen  auf erfolgreichen Bahnen halten. Man will und muss sich beweisen. Die operative Arbeit lenkt dabei sehr von den wichtigsten Führungsaufgaben ab. 
     
    Mit Hilfe von Herrn Heinrich Riffesser und dem ROI Beratungsteam habe ich das Unternehmen in relativ kurzer Zeit besser in den Griff bekommen. 
     
  • "ROI TEAM steht für:

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