Die nächste große Revolution

geschrieben von  Matthias Baumgartner
Die nächste große Revolution

Wasser. Essen. Energie. Rohstoffe. All diese Ressourcen werden tagtäglich gebraucht; eingesetzt werden sie allerdings nicht immer sinnvoll.

Der Großteil der Autos beispielsweise: sie stehen 95% ihrer Lebenszeit auf Parkplätzen. Werden sie dann verwendet, sitzen im Durchschnitt weniger als zwei Personen im Auto. Auch Straßen sind ineffizient. Autobahnen beispielsweise – der Verkehr ist optimal, wenn sie nur zu 10% ausgelastet sind. Befinden sich mehr Autos auf der Autobahn, kommt es zu Staus.

Dieses Problem der Fehlauslastung sollte Auslöser für ein Umdenken sein – sei es in der Produktion von Produkten als auch in der Verwendung unserer Rohstoffe. Nach der Agrar-, der industriellen- und zuletzt der digitalen Revolution, stehen wir nun vor der Rohstoff- und Ressourcenrevolution und sie wird wohl eine der größten Herausforderungen für die europäische Industrie werden.

Schon immer hatte Veränderung einen negativen Beigeschmack – weil jede Veränderung mit Aufwand verbunden ist und gleichzeitig das Alte, das Gewohnte zurück gelassen werden muss.

Doch um auch in Zukunft von den Ressourcen unserer Erde profitieren zu können, muss ein Umdenken stattfinden. McKinsey & Company haben sich ausgiebig mit diesem Thema beschäftigt: sie haben fünf verschiedene Vorgangsweisen gefunden, dessen individuelle oder kombinierte Verwendung Unternehmen dabei helfen soll, den größten Nutzen aus der Ressourcen-Revolution zu ziehen.

Meiner Meinung nach sind drei dieser fünf Faktoren besonders wichtig: Substitution, Optimierung und Virtualisierung.


Substitution

Bei diesem Schritt gilt es, sich zu Beginn Gedanken über alle Ressourcen zu machen, die in der Produktion oder der Konsumation der Produkte zum Einsatz kommen. Anschließend sollte man nach alternativen Ressourcen suchen, die günstiger, weniger gefährlich, reicher vorhanden sind oder bessere Leistungen erbringen.

Diese neuen Ressourcen sollen allerdings nicht als Ersatz der bereits verwendeten betrachtet werden, entscheidend ist vor allem die sich dadurch ergebende bessere Gesamtleistung der Produkte. Ein Beispiel sind die Elektromotoren, welche in der Automobilindustrie verwendet werden: sie sind effizienter und bieten mehr Sicherheit und eine bessere Beschleunigung als die traditionellen Verbrennungsmotoren. Ein weiteres Beispiel lässt sich in der Lebensmittelindustrie finden: das Unternehmen Hampton Creek Food hat ein Ei auf Pflanzenbasis entwickelt, dessen Produktion 20% günstiger ist als die Produktion von Eiern – Tendenz steigend.

Substitute zu finden ist keine einfache Aufgabe. Allerdings lohnt es sich, in der Entwicklung der Produkte ein Jahrzehnt vorauszublicken – dies gibt Unternehmen einen Zeitvorsprung gegenüber Konkurrenten.


Optimierung

Eine weitere Möglichkeit, die Ressourceneffizienz zu steigern, ist deren Verwendung zu optimieren – etwa durch den Einsatz von IT. Auch die Verwendung von Software as a Service (SaS) kann hohe Kosteneinsparungen mit sich bringen.

Durch den Einsatz von Software und Sensoren in Flugzeugen können schon vor der Landung wichtige Wartungsinformationen an den Tower gesendet werden, um nach der Landung wertvolle Zeit zu sparen.

Nicht immer geht es allerdings um die Gewinnmaximierung. Um die Sicherheit auf den Straßen zu erhöhen, hat das global tätige Logistikunternehmen UPS ein System eingeführt, welches die Routen der LKW’s so plant, dass Linkskurven vermieden werden.

Denkt ein Unternehmen über eine solche Optimierung nach, sollte es sich Gedanken über verschiedene Themen machen. Gibt es teure Vermögenswerte, die durch Software und Sensoren sinnvoll integriert werden könnten? Sind energieintensive Geräte vorhanden, die keine aktive Funktion haben? Dies könnten beispielsweise Flugzeuge sein, die ober Flughäfen kreisen und darauf warten, dass sie landen können. Hierbei kann der Einsatz von IT Zeit und Kosten sparen.


Virtualisierung

Virtualisierung bedeutet, dass verschiedene Aktivitäten nicht mehr in der physischen Welt oder gar nicht mehr durchgeführt werden, da sie automatisiert wurden.

Die Autoindustrie hat seit den letzten 10 Jahren mit starken Einbrüchen zu kämpfen. Grund dafür sind die Verhaltensweisen der Menschen, die sich stark verändert haben: beispielsweise besuchen wir unsere Freunde nicht mehr so oft wie früher, da die Technik uns neue Möglichkeiten der Kommunikation bietet. Auch unsere Einkäufe erledigen wir immer öfter über das Internet.

Verschiedene Unternehmen zeigen bereits, was möglich ist – wie etwa ein Thermostat, der dynamischen Energie- und Sicherheitsservice ermöglicht. Was als nächstes kommt? Vielleicht werden die Fahrer der Autos bald von der Technik abgelöst.

 

Die Ressourcen Revolution öffnet sich somit nicht nur Lösungen, die billiger und effizienter sind, sondern gesamtheitlich einfach besser.

Unternehmen, die die Augen vor der Revolution verschließen, werden bald rückständig sein. Die anderen aber, die mutig genug sind und den Schritt der Veränderung wagen, werden zu den großen Unternehmen des 21. Jahrhunderts zählen.

 

Ein Beispiel eines solchen mutigen Unternehmens ist das südtiroler Verpackungsunternehmen Naturapack. Die Menschen, die dahinter stecken, sind sich der Verantwortung gegenüber der Natur bewusst: in Südtirol fallen pro Kopf und Jahr ca. 466 kg Abfall an, wobei der Großteil davon Verpackungen sind. Ganz nach dem Motto „Ökonomisches Handeln - Ökologische Ziele“, engagieren sie sich deshalb tagtäglich für die Herstellung umweltgerechter Verpackuchungsmaterialien und haben somit schon viele Umweltschutz-Maßnahmen bereits erfolgreich realisieren können.

Und wie sieht es bei Ihnen aus? Haben Sie schon eine Idee für Ihre Ressourcen-Revolution?

 

 

 
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  • Als Jungunternehmer der 3. Generation will man das eigene Familienunternehmen  auf erfolgreichen Bahnen halten. Man will und muss sich beweisen. Die operative Arbeit lenkt dabei sehr von den wichtigsten Führungsaufgaben ab. 
     
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